Die im Folgenden aufgeführten Daten und Fakten sind bestenfalls wie Teile eines Knochengerippes, die man bei archäologischen Ausgrabungen findet und irgendwie mehr schlecht als recht, aber nach bestem Wissen und Gewissen zu einem logisch erscheinenden Gesamtbild zusammensetzt. Das wirklich Wichtige im Leben eines Menschen erfährt man nach Überzeugung der Autorin sowieso nur als Ahnung, jedenfalls nicht über seine Vita.

Wie alle auf dieser Homepage gemachten Angaben sind auch die zum nachfolgenden Lebenslauf flüchtig und vorläufig wie das Leben selbst.

Unser Unterbewusstes ist – wiederum nach Überzeugung der Autorin, bestärkt durch Erkenntnissen der neueren psychologischen Forschung - ohnehin ständig damit beschäftigt, Zusammenhänge umzudeuten, zu korrigieren und entsprechend der jeweiligen Lebenssituation neu zu verknüpfen und miteinander in Übereinstimmung zu bringen – ein ständiges Fließen also, von dem in der Regel lediglich feststehende Daten und unwiderlegbare äußere Fakten ausgenommen sind.

 

Erika Wollanik wurde 1943 im Sommerfeld Kreis Oranienburg geboren.

Mit vierzehn Jahren wurde sie von ihren Eltern auf ein zweijähriges Seminar zur Vorbereitung auf einen Beruf im kirchlichen Dienst mit Internatsunterbringung in Berlin geschickt - von ihrem Dorf in die Hauptstadt Berlin.

Auf eigenes Betreiben besuchte sie ab 1960 (sie war also zwei Jahre älter als ihre Mitschüler) die Oberschule in Hennigsdorf, die sie mit dem Abitur abschloss.

1964 wurde ihr Sohn Alexander geboren.

Als – wie man heute und auf Westdeutsch zu sagen pflegt – alleinerziehende Mutter verdiente sie in verschiedenen Tätigkeiten das zum Leben nötige Geld.

Ab 1967 arbeitet sie als Gerichtsprotokollantin am Kreisgericht Bernau und erwarb 1969 über die Volkshochschule den Facharbeiterbrief als Stenophonotypistin.

Seinerzeit gab es beim Justizministerium der DDR die Konstruktion des Vertragsstudiums, also die Möglichkeit eines Direktstudiums mit einem zum Leben ausreichenden Stipendium. Diese (für sie als alleinstehende Mutter) einzige Möglichkeit zu einem Direktstudium nutzte Erika Wollanik.

Mit einem monatlichen Stipendium von 500 Mark ausgestattet, nahm sie ein Studium der Rechtswissenschaften an der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität Berlin auf, das sie 1974 mit dem Diplom abschloss.

Danach war sie im Handel tätig, beendete diese Tätigkeit aber nach einem Jahr, um frei fürs Leben und zum Schreiben zu sein.

Da es seinerzeit in der DDR für alle arbeitswilligen Menschen mehr als genug Arbeit gab, wich ein solches Verhalten von der Norm ab. ‚Asoziales Verhalten’ war zu jener Zeit sogar ein Straftatbestand, wozu allerdings außer dem Nichtvorhandensein eines regulären Arbeitsrechtsverhältnisses auch noch gehörte, dass man zur Erlangung seines Lebensunterhaltes strafbare Handlungen beging. Erika Wollanik hatte aber während ihrer einjährigen Tätigkeit beim Handel eine finanzielle Reserve für ein Jahr zurückgelegt und ging außerdem, um sich und ihr Kind zu ernähren, selbstgewählt und in unregelmäßigen Abständen verschiedenen Tätigkeiten (Postsortiererin, Nachtpförtner, Kartoffelaussortiererin am Fließband) nach. Das etwas Ungewöhnliche an einer solchen Lebensweise ist heute nur noch für ehemalige DDR-Bürger verständlich. Zudem gab es seinerzeit in der DDR keine Arbeitslosigkeit und demzufolge auch keinerlei entsprechende Unterstützung.

1989/90 (zur Zeit der Montags-Demos) absolvierte Erika Wollanik ein Sonderstudium am Literaturinstitut Johannes R. Becher in Leipzig.

Von 1990 bis 1998 war sie als Postzustellerin tätig und wechselte danach zum Pressezustellservice über, wo sie, inzwischen als Rentnerin, derzeit weiterhin tätig ist.

Nach Aussage Erika Wollaniks ist für sie das Schreiben der Angelhaken, der ihr im Strom der Zeit Halt zu geben vermag.

Die Schmalheit des öffentlich gewordenen Evres der Autorin sagt dabei eher etwas über ihr Verhältnis zu Öffentlichkeit als über die Bedeutung des Schreibens für sie selber aus.